Foodcamp 2015

Foodcamp

Am Sonntag war ich am Foodcamp – zum ersten Mal!

Vielen Dank an Nina Mohimi und Dani Terbu von der Coolinary Society für die tolle Organisation !

Ich habe mich so gefreut, dass ich einen Platz bekommen habe und einmal in die Welt der „Profi“-Foodies eintauchen konnte.

Es ist wirklich toll Leute zu treffen, die dieselbe Leidenschaft für Essen, Genuss und Geschmack haben. Aber nun von Anfang an….

Stattgefunden hat die #foodvie in der brandneuen Marktwirtschaft – einem gelungenen Konzept aus Markt, Lokal und Pup-up stores. Die Location selbst ist wirklich trendig und auch im Sommer, mit der wunderbaren, riesigen Terrasse in den Innenhof, unschlagbar.

Das gemütliche Ankommen mit herrlichem Frühstück und feinem Kaffee nutzte ich, um mich umzusehen und die bekannten Gesichter, zu begrüßen (zugegeben, noch nicht so viele, da ich ja eine Newcomerin im Foodblogbereich bin).

Es gab dann insgesamt 10 Sessions, die quer durch die Foodie-interessen führten. Diese Sessions wurden heuer im Plenum durchgeführt. Der Vorteil, wirklich alles besuchen zu können, erzeugte bei mir eine Fülle von Input – Input – Input! Ich habe heute immer noch ein totales Foodcamp-high!

Was war es also, was lässt mich heute so aufgeregt, motiviert & gespannt, erfüllt und high sein? Das Faktum, dass ich Leute, die wirklich etwas von Essen und Geschmack verstehen, getroffen habe. Ich meine damit nicht dieses „überkandidelte Herumgetue mit Delikatessen“, sondern bodenständiges, wahrhaftes Wissen über Qualität, Geschmack, Nachhaltigkeit und Tradition.

Schwer beeindruckt hat mich der Bäckermeister Friedrich Potocnik, der dermaßen überzeugend das Höchstmaß an Authentizität eines Waldviertler Bäckers darstellt, dass ich mich schon heute drauf freue mein nächstes Brot zu backen. Ich werde in Zukunft beherzigen, dass das Mehl ein lebendiges Wesen ist und liebevoll behandelt werden muss! „Das Körndl lebt!“ Wenn jemand Ahnung hat, wie Brot backen funktioniert, dann er! Nicht umsonst ist das Joseph Brot so erfolgreich. Gemeinsam mit Elisabeth Ruckser wird 2016 die Bio-Backschule eröffnet! Ich kann nur jedem empfehlen bei diesem charismatischen Bäcker zu lernen!

Wahnsinnig interessant war auch der Vortrag von Anette Ahrens über die Tisch- und Tafelkultur vergangener Jahrhunderte. So weiß ich jetzt auch, dass am kaiserlichen Hof, direkt vom Silberteller gegessen wurde und silberne Vorlegteller nur eine neumoderne Marotte sind. Außerdem hieß das Besteck früher Beisteck. Jeder hatte sein Beisteck immer bei sich, um sich vor Vergiftungen zu schützen. Auch Anette Ahrens merkt man an, dass sie eine persönliche Leidenschaft für Tafelkultur hat und bestimmt einen wunderbaren Fundus besitzt!

Zwischen den Sessions gab es allerhand zu probieren. Ich habe viele verschiedenen Pfeffer verkostet und festgestellt, dass es unglaublich viele unterschiedliche Pfeffergeschmacksrichtungen gibt – noch mehr als ich zu kenne dachte.

Peffer

Außerdem wurde von dieliebe (dekliniert man dieliebe eingentlich?) einiges an Getränken und Austrian Tapas serviert. Himbeere-RoteRüben-Limonade kann mit Essig und Kren funktionieren.

Himbeer-RoteRüben-Limo

Der Kaffee mit Schuß-Schoko-whatever war perfekt! Die Kräuterpädagogin Petra hat mir gezeigt, wie ich ganz einfach aus Löwenzahn-knospen und Gänseblümchenknospen Karpern herstellen kann – ich kann den nächsten Frühling und Frühsommer gar nicht erwarten!

Kräuter

Das wunderbare handgefertigte Nougat vom Wiener Salon Nougat schmeckt unwiderstehlich!

Nougat

Last but not least muss ich euch von der besten, also ganz subjektiv, besten Session berichten. Katharina Seiser hat über das „wahre“ Vegan berichtet. Sie hat, als nicht Veganerin, ein unglaublich tolles veganes Kochbuch beschriebe, dass ich mir sofort besorgen muss – oder auf meine Christkindwunschliste schreibe! Sie nähert sich dem veganen Thema über die verschiedenen Qualitäten des Geschmackssinnes (süß, sauer, bitter, salzig und umami). Katharina verfügt über ein unendlich scheinendes Fachwissen über Lebensmittel Gewürze und Rezepte aus aller Welt. Es war wirklich grandios ihrem lebendigen Vortrag zu lauschen und meine Lust auf veganes Essen wurde riesig. Sie verwendet nämlich keine Ersatzprodukte, sondern greift auf traditionelle Rezepte zurück, die immer schon vegan waren.

Auch die vielen anderen Sessions, über Bloggerrechte/pflichten, Vitamine, Start-ups, Wein und Nachhaltigkeit überfluteten mich mit Informationen und Input (habe ich Input schon erwähnt?).

Das was ich persönlich mitgenommen habe, und was ich vor allem als Foodbloggerin für Familien wieder bestätigt bekommen habe:

Die Qualität der Lebensmittel hat höchste Priorität!

Entweder man nützt die Möglichkeit ein wenig eigenes Gemüse anzupflanzen und/oder versucht wirklich darauf zu achten qualitative Lebensmittel zu verwenden. Dem Trend, dass immer alles schnell gehen muss, und man dabei vermehrt auf Qualität verzichtet, muss entgegengewirkt werden. Sowohl als Eigenverantwortlichkeit aber auch als Verantwortung unserer Ressourcen gegenüber. Ja das mag idealistisch klingen.

Wer ehrlich is(s)t weiß, dass die einzige „wahre“ Möglichkeit mit Essen umzugehen: Bewusstsein ist! Bewusstsein über die Herkunft, Bewusstsein über die Inhaltsstoffe und Bewusstsein, dass es keine Selbstverständlichkeit ist im Überfluss zu leben. Aus diesem Grund sehe ich es als Notwendigkeit das eigene Essverhalten, gerade als Familie, regelmäßig zu reflektieren und zu korrigieren. Vor allem Kinder sind so empfänglich für Gespräche übers Essen, Lebensmittel, sie lieben kochen und kosten sich mit Genuss durch. Auch wenn es im Alltag nicht immer möglich ist, so kann und sollte man zumindest am Wochenende auf gemeinsames Kochen und Essen Wert legen. Der Mehrwert für die ganze Familie ist unbezahlbar!

Ich achte darauf Bio-Qualität zu kaufen, aber auch Bio ist nicht alles und wenn ich einen Bauern kenne, der wunderbare Kartoffel zur Verfügung hat, aber eine BioZertifizierung nicht geschafft hat, so kauf ich trotzdem genau dort. Mir ist und war es immer ein Anliegen einen Bezug zum Essen und den Lebensmittel zu haben und diesen Bezug auch meinen Mädels zu vermitteln.

Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden. (Zit. Hassencamp)

Das Foodcamp hat mich in all meinen Überlegungen und meinem Bauchgefühl wieder bestätigt und motiviert. Deswegen führe ich diesen Blog und deswegen habe ich mich auch rundum wohl gefühlt und freue mich schon riesig auf das nächste Foodcamp 2016!

5 thoughts on “Foodcamp 2015

  1. Liebe Lisa,
    tolle Zusammenfassung!! Wie du hab ich den Aufruf zur Bewusstseinsschärfung im Lebensmittelbereich ganz toll gefunden und mir auch die Frage bezüglich der Deklination gestellt ;-). Vielleicht sieht man sich (und tratscht!) ja beim FoodCamp 2016… 🙂

    Liebst, Anja

    1. Liebe Anja, danke fürs Kompliment! Schade, dass sie schon vorbei ist. Aber wir sehen uns dann sicher beim nächsten Mal 😉
      Ganz liebe Grüße Lisa

  2. Liebe Anja,
    ich bin vor Kurzem auf deinen Blog gekommen und find deine Ideen hier echt toll! Das Karamell Popcorn hat es mir angetan. 😉 Hab nun aber gemerkt dass du eh auch am Foodcamp 2015 warst. Wir waren auch dort! Schade dass ich das jetzt erst gelesen habe, sonst hätten wir uns kennenlernen können und ein bisserl plaudern können. Wir, das sind mein Mann und ich haben unter anderem auch einen Foodblog auf dem wir auch so quer durch den Alltag bloggen. Wir haben keine spezielle Richtung , sondern bloggen und geben Tipps und Tricks rund um Küche, Grillen und BBQ. Unsere kleine Tochter ist da auch immer mit dabei , wodurch unsere Speisen ebenfalls „Food for Family“ sein müssen. 🙂
    Die Kürbis Couscous Taler lachen mich auch an, die muss ich glaub ich auch demnächst mal probieren!
    Würde mich freuen wenn wir uns vielleicht mal kennenlernen können, vielleicht sieht man sich ja bald mal auf einem Food- bzw. Bloggerevent. 😉
    Alles Liebe, Romana

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